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Letztes Update: 06.09.2010

Querflöte

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Die Querflöte ist ein Holzblasinstrument mit Anblaskante, das aus der mittelalterlichen als Querpfeife beziehungsweise Schwegelpfeife hervorgegangen ist. Um 1750 (gegen Ende des Barock) verdrängte sie die Blockflöte und wurde ein bedeutendes Solo- und Orchesterinstrument.

Das früheste eindeutige Bild einer Querflöte fand sich auf einem etruskischen Relief in Perusa. Es stammt aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert vor Christus. Das Instrument wurde damals nach links gehalten, erst in einer Illustration eines Gedichts aus dem elften Jahrhundert wurde eine Darstellung einer nach rechts gespielten Flöte entdeckt.

Die Renaissance-Flöten wurden einteilig mit zylindrischer Bohrung gebaut. Es gab insgesamt 6 Löcher, jedoch keines davon für den Daumen. Diese waren relativ klein (ca. 6 mm); das Mundloch wurde kreisrund gebohrt. Mit der üblichen Anordnung der Tonlöcher konnten noch keine Dur- oder Molltonleitern gespielt werden, sondern nur die mittelalterlichen Hexachorde.

Im Barock-Zeitalter waren die Flöten bereits drei- bis vierteilig. Die Bohrung war konisch, d. h. das Kopfstück war dicker als der Fuß. Zum Anpassen der Stimmung, die von Ort zu Ort variierte, verfügte jedes Instrument über mehrere austauschbare Mittelstücke. Die sechs Grifflöcher ermöglichten inzwischen das Spiel von Dur- und Moll-Tonleitern (günstigste Tonarten: D-Dur und h-moll). Der Tonumfang reichte vom d’ bis zum a’’’, wobei Quantz das e’’’ als den höchsten brauchbaren Ton bezeichnete. Zunächst wiesen die Traversflöten eine Klappe auf, um auch das dis’ spielen zu können. Mit Einführung der temperierten Stimmung und zur Erleichterung der Griffweisen wurde im Laufe der Zeit immer mehr Klappen eingeführt.

Dem Instrumentenbauer Theobald Böhm hat die Querflöte ihre heutige Form (wieder zylindrisch) zu verdanken. Um 1850 entwickelte dieser ein chromatisches Klappensystem, welches die Anbringung der Tonlöcher allein nach akustischen Gesichtspunkten ohne Rücksicht auf die Greifbarkeit ermöglichte. Heute sind alle modernen Flöten sogenannte Böhmflöten. Dieses System wurde übrigens auch auf andere Holzblasinstrumente (zum Beispiel Klarinette) übertragen.

Aufbau
Die moderne Querflöte lässt sich in drei Teile zerlegen:

Kopfstück
Bei der herkömmlichen Flöte ist das Kopfstück gerade, es gibt aber auch gebogene Kopfstücke. Diese verwendet man als Lernhilfe für Kinder- oder bei Alt-, Tenor- und Bassflöten. So ist das Instrument einfacher zu greifen. Innerhalb des Kopfstücks kann die Bohrung parabolisch oder konisch verlaufen.

Mittelstück
Bei den Klappensystemen am Mittelstück unterscheidet man ebenfalls zwei Bauweisen:

geschlossene Klappen: die Finger betätigen sie, das Tonloch selbst wird allerdings von der Klappe verschlossen.
offene Klappen (heute fälschlich auch als Ringklappen bezeichnet): die Finger verschließen das Loch und betätigen die Klappen.
Die zweite Variante hat den Vorteil, dass der Flötist die Luftgeschwindigkeit in den Fingerspitzen spürt, und sie so besser korrigieren kann. Zudem verlangt ein System mit offenen Klappen eine genauere Fingertechnik, die wiederum einem exakteren Flötenspiel zugute kommt. Die Griffmöglichkeiten sind ebenfalls sehr viel flexibler. (Auf einer Flöte mit geschlossenen Klappen gibt es nur gut 40 verschiedene Griffe, während es auf einer Ringklappenflöte über 1000 verschiedene Möglichkeiten gibt)

Fußstück
Man unterscheidet hier zwischen C-Fuß und H-Fuß: Bei Flöten mit einem C-Fuß ist der tiefstmögliche Ton das c’. Bei Flöten mit einem H-Fuß wiederum kann man noch einen Halbton tiefer spielen, also bis zum h. Der entscheidende Vorteil einer Flöte mit H-Fuß ist der Hilfsgriff für das c´´´´, der am Fuß angebracht ist und die Tatsache, dass das Instrument in sich besser stimmt. Zudem ist die Flöte nicht so kopflastig, was dazu führt, dass sie während des Flötenspiels vom Musizierenden leichter empfunden wird.

Material
Querflöten wurden bis zur Böhm-Reform und teilweise auch noch danach aus Holz hergestellt. Die erste Goldflöte erschien schon 1969, auf der Abbildung von 1911 im Kasten rechts oben sieht man noch eine Böhmflöte aus Holz. Neben Silber und Gold sind heute für den Flötenbau folgende Materialien gebräuchlich: vergoldetes Silber, Weißgold, Neusilber (Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel), Platin, Palladium, Titan, Karbon, Messing, Edelstahl und Holz. Viele Flötisten experimentieren mit Kopfstücken, die aus einem anderen Material als der Rest des Instruments sind. Preiswertere Instrumente für Anfänger gibt es aus Aluminium oder anderen billigeren Metallen. Holzquerflöten (mit Böhmsystem) sind heute wieder beliebter als vor einigen Jahren und werden auch in großen Sinfonieorchestern für das Musikrepertoire bis etwa 1800 eingesetzt.

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