Letztes Update: 06.02.2012
Das Saxophon wurde von dem Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 erfunden und schließlich am 28. Juni 1846 in Frankreich patentiert. Es ist ein Blasinstrument und gehört zur Familie der Holzblasinstrumente. Im Patentantrag begründet Sax seine Erfindung mit dem Fehlen gut klingender Holzblasinstrumente der tiefen Lage. Ursprünglich für den Einsatz im Sinfonieorchester gedacht, fand es aber zunächst Anwendung in Marsch- und Militärkapellen, da zeitgenössische Komponisten das neue Instrument zunächst weitgehend ignorierten.
Erst mit dem Aufkommen des Jazz begann der eigentliche Siegeszug dieses Instruments mit seinem sehr variablen Klang und einem großen dynamischen Umfang. Inzwischen ist es bei Konzert- und Tanzmusik eines der beliebtesten Soloinstrumente, und viele bekannte Solisten haben ihre eigenen Bands oder Combos gegründet.
Das Saxophon wird zwar aus Metall gebaut, so dass es wie ein Blechblasinstrument aussieht, da die Tonerzeugung aber durch ein einfaches Rohrblattmundstück - genau wie bei einer Klarinette - geschieht, wird es zu den Holzblasinstrumenten gerechnet.
Das eigentliche Saxophon ist in 4 Einzelteile zerlegbar:
das Rohrblatt
das Mundstück mit Blattschraube
der S-Bogen
der Korpus
Zum Spielen wird das Instrument meist mittels eines Tragriemens (Halsgurt) um den Hals des Spielers gehängt, für größere Ausführungen wie das Bariton-Saxophon gibt es jedoch auch Rücken- oder Schultergurte. Sopran und Sopranino in gerader Bauform werden oft ohne Trageriemen gespielt.
Die Applikatur (Fingersatz) des Saxophons ist der der Klarinette ähnlich; ein großer Unterschied ist jedoch dadurch bedingt, dass das Saxophon beim Überblasen nicht wie die Klarinette quintoviert (in die Duodezime überschlägt), sondern wie Flöte, Oboe etc. oktaviert. (Kiekser oder Quietscher, bei denen der angespielte Ton in einen der Obertöne umschlägt, klingen dadurch, im Gegensatz zur Klarinette, eher "harmonisch".)
Das Saxophon wird in acht Dimensionen gebaut: Piccoloinstrument (Saxophone aigu in es'), Sopran- (in Bb oder C), Alt- (in Eb oder F), Tenor- (in Bb oder C -> Melody-Saxophon), Bariton- (in Eb oder F), Bass- (in Bb oder C) und sehr selten Kontrabassinstrument (in Eb)(vereinzelt es gibt sogar spielbare Subkontrabasssaxophone in Bb). Die C- und F-Varianten, die von Sax für den Einsatz in sinfonischen Orchestern konzipiert waren, werden heute praktisch nicht mehr hergestellt und hatten nie die Bedeutung, die sie nach ihrem Erfinder hätten haben sollen. Am häufigsten in Gebrauch sind Alt- und Tenorsaxophon, gefolgt von Soprano und Bariton, während die Varianten in den extremen Lagen manchmal solistisch oder zur Bereicherung der Klangfarben in größeren Ensembles eingesetzt werden.
Um auf dem Saxophon, wie übrigens auf jedem Einzelrohrblattinstrument, Töne und Melodien zu produzieren, kommt es auf die richtige Koordination von Anblas- und Fingertechnik an. Der richtige Grad an Lockerheit ist ebenso wichtig wie eine Grundspannung, die einem einerseits eine gute Atemstütze, andererseits schnelle (Re)aktionszeiten ermöglicht.